Sehr robust und frosthart – mehrjährige Staude.
Rhabarber (Rhubarb) gehört in die Kategorie Gemüse und ist ab dem Frühfrühling (ab GTS 50–100) für das Freiland geeignet.
Als Richtwert gilt die Grünlandtemperatursumme (GTS): Rhabarber kann sicher ausgepflanzt werden, wenn die GTS den Schwellenwert für Frühfrühling überschritten hat und kein Frost mehr zu erwarten ist. GrowPilot.guide berechnet die aktuelle GTS für deinen Standort automatisch.
Empfehlung: Prüfe vor dem Auspflanzen immer die 10-Tage-Wetterprognose für deinen Standort. Der GTS-Wert allein ist ein guter Anhaltspunkt, ersetzt aber keine Frostprognose.
Rhabarber ist sehr frosthart und übersteht auch starke Minusgrade. Kann bereits im Vorfrühling ausgepflanzt werden. Mindest-Nachttemperatur: -5°C (Idealwert, kein Muss).
Rhabarber wächst am besten bei Tagestemperaturen zwischen 8°C und 22°C. Die Mindest-Nachttemperatur sollte nicht unter -5°C fallen.
Rhabarber ist relativ robust gegenüber Schimmel und verträgt auch feuchtere Bedingungen gut. Trotzdem gilt: Staunässe ist immer zu vermeiden.
Regenempfindlichkeit: Gering – Relativ regenverträglich – gute Drainage reicht aus.
Der folgende Kalender zeigt, wann du Rhabarber vorziehen, säen, pflanzen und ernten kannst.
| Maßnahme | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Auspflanzen | ||||||||||||
| Erntezeit |
Standort: Halbschatten · Boden: humos, tiefgründig, gleichmäßig feucht
In der Mischkultur spielen Nachbarschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle. Die richtigen Begleitpflanzen können Schädlinge abwehren, den Boden verbessern und das Wachstum fördern.
Gute Nachbarn für Rhabarber:
Schlechte Nachbarn:
Nur Stiele essen – die Blätter sind GIFTIG! Nach dem 24. Juni nicht mehr ernten – Pflanze braucht Zeit um Kraft für Folgesommer zu sammeln.
GrowPilot.guide berechnet für deinen Standort die aktuelle GTS, zeigt die phänologische Jahreszeit und gibt dir eine personalisierte Tagesanalyse speziell für Rhabarber – inklusive Frostwarnung, Schimmelrisiko und optimaler Pflanzzeit.
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Pflegestufe: Einfach
Lebenszyklus: Rhabarber ist eine ausdauernde Staude, die dicke Rhizome bildet. Die essbaren Blattstiele (rötlich oder grün) enthalten Oxalsäure und Apfelsäure; die Blätter sind durch hohen Oxalsäuregehalt (Oxalate) giftig. Ernte ab dem 2. Standjahr, immer vor dem Hochsommer (nach Johannis = zu sauer); Blütenstand sofort entfernen.
Erwarteter Ertrag: 1–3 kg Blattstiele pro Pflanze und Saison; Ernte März–Juni (nicht nach dem Johannistag).
Die folgenden Schädlinge treten bei Rhabarber besonders häufig auf. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung.
Erkennungszeichen: Grüne bis schwarze Blattläuse je nach Art auf Triebspitzen und Blattunterseiten; Honigtau; Ameisen.
Schadbild: Triebdeformation; Honigtau fördert Rußtaupilze; Virusübertragung; allgemeine Schwächung des Strauchs.
Bekämpfung: Neem-Öl; Nützlinge (Marienkäfer, Ohrwurm als Blattlausräuber); Kaliseife; Ameisen fernhalten.
Erkennungszeichen: Silbrige Stippen auf Blattoberseite; Gespinste auf Blattunterseiten; Milben orangerot <0,5 mm.
Schadbild: Chlorotische Stippen; Blattvergelbung; bei Massenbefall Defoliation und Früchte werden kleiner.
Bekämpfung: Luftfeuchtigkeit erhöhen; Neoseiulus californicus; Rapsöl-Emulsat.
Erkennungszeichen: Verschiedene Arten; Raupen typisch hellgrün mit dunklem Kopf; verpuppen in eingerollten Blättern oder Gespinstnestern.
Schadbild: Eingerollte Blätter durch Gespinstfäden zusammengezogen; Raupen fressen an Blättern und jungen Früchten.
Bekämpfung: Befallene Blätter entfernen; Bacillus thuringiensis; Pheromonfallen zur Überwachung.
Erkennungszeichen: Schleimspuren auf Substrat; ausgestanzte Fraßlöcher an Früchten und Blättern; nachtaktiv.
Schadbild: Fraßlöcher an jungen Früchten; tiefe, unregelmäßige Löcher in Beeren und Früchten; besonders nah am Boden.
Bekämpfung: Kupferband-Barriere; Bierfalle; Nematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita); Früchte nicht zu tief hängen lassen.
Pilzliche und bakterielle Erkrankungen sind bei Rhabarber häufig und können bei ungünstigen Bedingungen schnell zur vollständigen Ernteschädigung führen.
Ursache: Biotropher Pilz bei 20–28 °C und rel. LF 50–70 %.
Verlauf: Weißmehliger Belag auf Blättern; Blattvergelbung; Ertragsminderung.
Prävention & Bekämpfung: Luftzirkulation; Backpulver-Lösung; befallene Blätter entfernen.
Ursache: Nekrotropher Pilz bei hoher Luftfeuchtigkeit; befällt abgestorbenes Blattmaterial.
Verlauf: Grauer Sporenpelz auf Stängeln und alten Blättern; Ausbreitung auf Rhizom möglich.
Prävention & Bekämpfung: Morgensbewässerung; altes Pflanzenmaterial entfernen; Belüftung.
Ursache: Bodenpathogen; Sklerotien überdauern jahrelang; Infektion bei Feuchtigkeit.
Verlauf: Wässrige Rhizomfäule; weißes Wollmyzel; schwarze Sklerotien; Pflanze stirbt ab.
Prävention & Bekämpfung: Drainage; Fruchtfolge nicht möglich (Standort); Trichoderma-Behandlung.
Ursache: Oomycet bei Staunässe; Rhizome von innen zersetzt.
Verlauf: Plötzliches Welken; Rhizome braun-faulig; übelriechend.
Prävention & Bekämpfung: Drainierendes Substrat; leicht erhöhter Standort; pH 6,0–7,0.
Die folgende Tabelle hilft dir, Symptome an deiner Rhabarber-Pflanze zu identifizieren und die richtige Gegenmaßnahme zu ergreifen. Botanisch präzise Symptombeschreibungen ermöglichen eine schnelle Diagnose.
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Blätter werden gelb, beginnend an Blattstiel | Stickstoffmangel oder Wurzelfäule bei Staunässe. | N-Düngung applizieren; Drainage prüfen; pH auf 6,0–7,0 einstellen. |
| Weißer Mehlpuder auf Blättern oder an Stängeln | Echter Mehltau (Erysiphe spp.) bei trockener Luft und warmem Wetter. | Befallene Blätter entfernen; Backpulver-Lösung; Abstand vergrößern. |
| Pflanze wächst sehr langsam | Zu kalter Boden (<10 °C) oder pH außerhalb des optimalen Bereichs. | Boden erwärmen (Folie); pH anpassen; Startdüngung mit Phosphor. |
| Fraßlöcher in Blättern | Raupen (Noctuidae, Pieridae), Schnecken oder Käfer; nachtaktiver Fraß. | Schädling identifizieren; Insektenschutznetz; Bacillus thuringiensis; Schneckenfallen. |
| Pflanze fällt um, Stängel eingeschnürt an Basis | Umfallkrankheit (Pythium, Rhizoctonia) bei Staunässe und dichtem Stand. | Befallene Pflanzen entfernen; Substrat erneuern; Drainage verbessern. |
| Gelbfleckige Blätter mit grünen Adern | Magnesiummangel (Interveinal-Chlorose) bei pH >7 oder zu viel Kalium. | Magnesiumsulfat (10 g/L) als Blattdüngung; pH absenken. |
| Früchte/Ernte bleibt klein und kümmert | Kaliummangel: K essentiell für Frucht- und Wurzelentwicklung. | Kaliumdünger (Kaliumsulfat) applizieren; gleichmäßig gießen. |
| Ameisen auf der Pflanze, klebrige Blätter | Blattlausbefall: Honigtau zieht Ameisen an, die Blattläuse schützen. | Blattläuse bekämpfen; Ameisenschutz-Barriere; Nützlinge einsetzen. |
| Blätter rollen sich nach oben/innen | Physiologische Blattrollung durch Hitze/Trockenheit oder Virus. | Gleichmäßig gießen; auf Viren prüfen; bei Virusverdacht Pflanze vernichten. |
| Gestank aus dem Beet, matschige Pflanzen | Bakterielle Weichfäule (Erwinia carotovora) bei Staunässe und Verletzungen. | Befallene Pflanzen sofort entfernen; Drainage sichern; Substrat erneuern. |