🌿 Lavendel im Freiland anbauen

Trockenheitsliebend – Nässe ist sein Feind.

Frostempfindlichkeit
Gering
frosthart
Min. Nachttemperatur
0°C
Untergrenze für sicheres Auspflanzen
Optimale Tagestemperatur
12–35°C
Tagsüber ideal
Auspflanzzeit
ab GTS 100–200
Frühling (ab GTS 100–200)

📅 Wann Lavendel auspflanzen?

Lavendel (Lavender) gehört in die Kategorie Kräuter und ist ab dem Frühling (ab GTS 100–200) für das Freiland geeignet.

Als Richtwert gilt die Grünlandtemperatursumme (GTS): Lavendel kann sicher ausgepflanzt werden, wenn die GTS den Schwellenwert für Frühling überschritten hat und kein Frost mehr zu erwarten ist. GrowPilot.guide berechnet die aktuelle GTS für deinen Standort automatisch.

🗓️ Empfehlung: Prüfe vor dem Auspflanzen immer die 10-Tage-Wetterprognose für deinen Standort. Der GTS-Wert allein ist ein guter Anhaltspunkt, ersetzt aber keine Frostprognose.

❄️ Frostempfindlichkeit & Schutz

Lavendel ist frosthart und übersteht mäßige Minusgrade gut. Kann früh im Frühjahr ausgepflanzt werden, sobald der Boden bearbeitbar ist. Mindest-Nachttemperatur im Idealfall: 0°C.

🌡️ Optimale Temperaturen

Lavendel wächst am besten bei Tagestemperaturen zwischen 12°C und 35°C. Die Mindest-Nachttemperatur sollte nicht unter 0°C fallen.

🍄 Schimmel und Nässe

Lavendel ist relativ robust gegenüber Schimmel und verträgt auch feuchtere Bedingungen gut. Trotzdem gilt: Staunässe ist immer zu vermeiden.

Regenempfindlichkeit: Hoch – Dauerregen kann Schäden verursachen – Schutz durch Folie oder Dachüberhang empfohlen.

🗓️ Anbau-Kalender für Lavendel

Der folgende Kalender zeigt, wann du Lavendel vorziehen, säen, pflanzen und ernten kannst.

Maßnahme JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
🏠 Voranzucht innen
🪴 Auspflanzen
🌾 Erntezeit

☀️ Standort & Bedarf

Standort: ☀️ Volle Sonne · Boden: kalkhaltig, sandig, sehr durchlässig

Wasserbedarf
💧 Gering
Nährstoffbedarf
Gering (Schwachzehrer)
Pflanzabstand
40 cm
Reihenabstand: 50 cm
Bodentemperatur
0–25°C
Min.–Ideal

🌸 Mischkultur – Gute & schlechte Nachbarn

In der Mischkultur spielen Nachbarschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle. Die richtigen Begleitpflanzen können Schädlinge abwehren, den Boden verbessern und das Wachstum fördern.

✅ Gute Nachbarn für Lavendel:

❌ Schlechte Nachbarn:

⭐ Profi-Tipp für Lavendel

💡 Kalkhaltiger, durchlässiger Boden ist Pflicht. Nach der Blüte um ein Drittel zurückschneiden – dann bleibt die Pflanze kompakt und buschig.

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🔬 Botanisches Profil

Botanische Familie: Lippenblütler (Lamiaceae), Gattung Lavandula, Art Lavandula angustifolia (Echter Lavendel)

Pflegestufe: ✅ Einfach

Lebenszyklus: Echter Lavendel ist ein ausdauernder Halbstrauch mit intensiv aromatischen Blütenähren. Die charakteristischen ätherischen Öle (Linalool 25–45 %, Linalylacetat 25–45 %) entstehen in epidermalen Drüsentrichomen der Blüten und Blätter. Blütenbildung im Juni–August, Vernalisation (Kältereiz) fördert üppige Blüte. Winterhart bis −25 °C bei guter Drainage; feuchte Winter sind schädlicher als strenge Kälte. Lebensdauer 10–20 Jahre bei regelmäßigem Rückschnitt.

Erwarteter Ertrag: 50–200 g Frischblüten pro Pflanze; 15–60 g Trockenblüten. Ätherisches Öl-Ausbeute: 0,5–1,5 % Frischgewicht; kommerziell 50–100 kg Öl/ha/Jahr.

🐛 Häufige Schädlinge bei Lavendel

Die folgenden Schädlinge treten bei Lavendel besonders häufig auf. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Lavendel-Blattkäfer (Chrysolina americana)

Erkennungszeichen: Glänzend-violett-grüner Blattkäfer (6–8 mm) mit metallischem Glanz; auch auf Rosmarin und Thymian anzutreffen.

Schadbild: Blattfraß von außen; bei starkem Befall vollständige Entlaubung; Larven ebenfalls blattfressend.

Bekämpfung: Morgens von Hand ablesen (Käfer sind träge); Pyrethrin-Kontaktspray; Bacillus thuringiensis gegen Larven.

Spinnmilbe (Tetranychus urticae)

Erkennungszeichen: Silbrige Stippen auf Blättern; feine Gespinstfäden; Milben <0,5 mm orangerot unter Lupe.

Schadbild: Stippen-Muster auf Blättern; bei Massenbefall Blattvergelbung; Aromaverlust durch Zellschäden.

Bekämpfung: Luftfeuchte erhöhen; Raubmilben (Neoseiulus californicus); Rapsöl-Emulsat.

Schmetterlingsraupen (diverse Noctuidae)

Erkennungszeichen: Verschiedenartige Raupen 2–5 cm, bräunlich bis grünlich; Fraßspuren an Blättern und Blütenstielen.

Schadbild: Ausgerissene oder abgebissene Blätter und Blütenstiele; charakteristischer unregelmäßiger Fraß.

Bekämpfung: Von Hand ablesen; Bacillus thuringiensis var. kurstaki; Netz-Schutz bei starkem Befall.

Blattläuse (Aphididae)

Erkennungszeichen: Hellgrüne Blattläuse auf Triebspitzen und Blütenstängeln; Honigtau-Exkrete; Ameisen.

Schadbild: Triebdeformation; Blütenstängel können sich verformen; Honigtau fördert Rußtaupilze.

Bekämpfung: Kaliseife (3 g/L); Nützlinge einsetzen; Wasserstrahl.

🍄 Krankheiten & Pilze bei Lavendel

Pilzliche und bakterielle Erkrankungen sind bei Lavendel häufig und können bei ungünstigen Bedingungen schnell zur vollständigen Ernteschädigung führen.

Lavendelsterben / Phytophthora-Wurzelfäule (Phytophthora spp.)

Ursache: Oomycet in Staunässe; Lavendel sehr anfällig bei schlechter Drainage; feuchte Winter begünstigen Infektion.

Verlauf: Rasch fortschreitendes Welken der gesamten Pflanze; Wurzeln braun-faulig; Stängelbasis eingeschnürt.

Prävention & Bekämpfung: Exzellente Drainage (Kiesschicht unter Pflanzloch); pH 6,5–7,5; kein Staunässe; Hanglagen bevorzugen.

Echter Mehltau (Erysiphe spp.)

Ursache: Biotropher Pilz bei 20–28 °C und rel. Luftfeuchtigkeit 50–70 %; bevorzugt dichte Bestände.

Verlauf: Weißmehliger Belag auf Blättern und Blütenstielen; Blattvergelbung; verminderte Blütenbildung.

Prävention & Bekämpfung: Ausreichend Abstand (>40 cm); Luftzirkulation sicherstellen; Backpulver-Sprühung.

Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Ursache: Nekrotropher Pilz bei hoher Luftfeuchtigkeit und 15–22 °C; befällt bevorzugt Blütenreste und Wunden.

Verlauf: Grauer Sporenpelz auf Blütenresten und Blättern; Ausbreitung in Blütenähren; Blüten werden braun-faulig.

Prävention & Bekämpfung: Verblühte Blüten regelmäßig entfernen; gut belüften; Morgensbewässerung.

Aleschin-Blattfleckenkrankheit (Septoria lavandulae)

Ursache: Pilzbefall bei anhaltender Blattfeuchte; Sporen wind- und regenwasserverbreitet.

Verlauf: Braun-schwarze, konzentrische Blattflecken; Blätter vergilben und fallen ab.

Prävention & Bekämpfung: Blätter trocken halten; Kupfer-Fungizid; Abstände sichern.

🔍 Diagnose-Hilfe für Lavendel

Die folgende Tabelle hilft dir, Symptome an deiner Lavendel-Pflanze zu identifizieren und die richtige Gegenmaßnahme zu ergreifen. Botanisch präzise Symptombeschreibungen ermöglichen eine schnelle Diagnose.

Symptom Ursache Lösung
Lavendel blüht kaum oder gar nicht Zu wenig Licht (<6 h direkte Sonne); fehlendes Kältereiz (Vernalisation) im Vorjahr; zu viel Stickstoff. Sonnigsten Platz wählen; im Herbst draußen lassen (Vernalisation); N-Düngung stoppen.
Violette Blüten verblassen oder fallen rasch ab Ernte zu spät (bereits vollständig geöffnet); Temperaturschwankungen fördern frühen Blütenfall. Ernten wenn 50 % der Blüten an der Ähre geöffnet sind; kühl und dunkel trocknen.
Lavendel im Frühjahr kahl, nur Holz ohne Blätter Auswinterungsschäden: Feuchtigkeit + Frost; Winterstress durch nasse Böden. Ins Holz kratzen: noch grün? → warten. Braun-trocken? → bis grünes Holz zurückschneiden.
Glänzend-grüne Käfer fressen Blätter Lavendel-Blattkäfer (Chrysolina americana): mediterrane Blattkäfer bevorzugen Lamiaceae. Morgens von Hand ablesen; Pyrethrin-Spray; Eiablage durch regelmäßige Kontrolle verhindern.
Pflanze plötzlich vollständig welk trotz normaler Bewässerung Phytophthora-Wurzelfäule durch Staunässe: Wurzeln können kein Wasser aufnehmen. Pflanze sofort ausgraben; Wurzeln kontrollieren; bei Befall neue Drainage anlegen und neu pflanzen.
Stängel werden schwarz nach der Blüte Natürliche Verholzung oder Grauschimmel (Botrytis) auf Blütenresten. Verblühte Ähren sofort entfernen; bei Botrytis: Fungizid; Pflanze bis über die Verholzungszone zurückschneiden.
Lavendel riecht kaum Sorte mit niedrigem Ölgehalt (Lavandula × intermedia "Grosso" ist intensiver als L. angustifolia); Lichtmangel. Aromatischere Sorte wählen; Standort optimieren (volle Sonne, karg, trocken).
Blätter werden braun-grau und fallen ab Septoria-Blattfleckenkrankheit oder Winterschaden kombiniert mit Trockenheit. Braune Blätter abzupfen; Kupferfungizid sprühen; Drainage sicherstellen.
Wollbüschel in Blattachseln, klebrige Zweige Schmierläuse (Planococcus spp.): wachsartige Hülle schützt Insekten vor Sprühmitteln. Mechanisch mit Alkohol-Wattestäbchen entfernen; Neem-Öl; Cryptolaemus montrouzieri.
Lavendel wächst kaum, Blätter bleiben klein Boden zu nährstoffreich oder zu sauer; Lavendel bevorzugt karge, leicht alkalische Böden. Kalk einarbeiten (pH 7–7,5); Kompost reduzieren; kein NPK-Düngung (zu fett).