Koriander im Freiland anbauen

Schießt bei Hitze schnell in Blüte – kühlere Standorte bevorzugen.

Frostempfindlichkeit
Hoch
erst nach letztem Frost
Min. Nachttemperatur
7°C
Untergrenze für sicheres Auspflanzen
Optimale Tagestemperatur
15–28°C
Tagsüber ideal
Auspflanzzeit
ab GTS 100–200
Frühling (ab GTS 100–200)

Wann Koriander auspflanzen?

Koriander (Coriander) gehört in die Kategorie Kräuter und ist ab dem Frühling (ab GTS 100–200) für das Freiland geeignet.

Als Richtwert gilt die Grünlandtemperatursumme (GTS): Koriander kann sicher ausgepflanzt werden, wenn die GTS den Schwellenwert für Frühling überschritten hat und kein Frost mehr zu erwarten ist. GrowPilot.guide berechnet die aktuelle GTS für deinen Standort automatisch.

Empfehlung: Prüfe vor dem Auspflanzen immer die 10-Tage-Wetterprognose für deinen Standort. Der GTS-Wert allein ist ein guter Anhaltspunkt, ersetzt aber keine Frostprognose.

Frostempfindlichkeit & Schutz

Koriander ist frostempfindlich und sollte erst nach dem letzten Frost ausgepflanzt werden. Mindest-Nachttemperatur: 7°C. Kurzfristige Kälteeinbrüche unter 0°C können Schäden verursachen.

Optimale Temperaturen

Koriander wächst am besten bei Tagestemperaturen zwischen 15°C und 28°C. Die Mindest-Nachttemperatur sollte nicht unter 7°C fallen.

Schimmel und Nässe

Koriander ist relativ robust gegenüber Schimmel und verträgt auch feuchtere Bedingungen gut. Trotzdem gilt: Staunässe ist immer zu vermeiden.

Regenempfindlichkeit: Mittel – Mäßiger Regen wird toleriert, Staunässe sollte aber vermieden werden.

Anbau-Kalender für Koriander

Der folgende Kalender zeigt, wann du Koriander vorziehen, säen, pflanzen und ernten kannst.

Maßnahme JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Direktsaat draußen
Erntezeit

Standort & Bedarf

Standort: Halbschatten · Boden: locker, trocken-mäßig, gut drainiert

Wasserbedarf
Mittel
Nährstoffbedarf
Gering (Schwachzehrer)
Pflanzabstand
15 cm
Reihenabstand: 15 cm
Bodentemperatur
10–22°C
Min.–Ideal

Mischkultur – Gute & schlechte Nachbarn

In der Mischkultur spielen Nachbarschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle. Die richtigen Begleitpflanzen können Schädlinge abwehren, den Boden verbessern und das Wachstum fördern.

Gute Nachbarn für Koriander:

Schlechte Nachbarn:

Häufigster Fehler für Koriander

Schießt schnell bei Hitze – im Sommer in Halbschatten säen. Alle 3 Wochen nachsäen für kontinuierliche Ernte.

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GrowPilot.guide berechnet für deinen Standort die aktuelle GTS, zeigt die phänologische Jahreszeit und gibt dir eine personalisierte Tagesanalyse speziell für Koriander – inklusive Frostwarnung, Schimmelrisiko und optimaler Pflanzzeit.

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Botanisches Profil

Botanische Familie: Doldenblütler (Apiaceae), Gattung Coriandrum, Art Coriandrum sativum

Pflegestufe: Einfach

Lebenszyklus: Koriander ist eine einjährige Pflanze mit zwei Nutzungsformen: Blätter (Korianderkraut, Hauptkomponenten Decanal, Dodecanal = "seifiger" Geruch) und Samen (Coriandrol/Linalool-reich, angenehm würzig). Keimdauer 7–14 Tage; Bolting tritt bei langen Tagen und Hitze sehr rasch ein. Direktsaat alle 3 Wochen sichert kontinuierliche Blatternte.

Erwarteter Ertrag: 30–80 g Frischblätter pro Pflanze vor dem Bolting; Samenernte 5–15 g pro Pflanze.

Häufige Schädlinge bei Koriander

Die folgenden Schädlinge treten bei Koriander besonders häufig auf. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Möhrenfliege (Psila rosae)

Erkennungszeichen: Adulte kleine schwarze Fliegen (April–Oktober); Larven weißlich, 8 mm, fußlos, in Wurzeln und Stängeln. Charakteristisch rostbraune Fraßgänge in Pfahlwurzeln.

Schadbild: Fraßgänge in Wurzeln und Stängeln; Pflanzen kümmern, Blätter gilben; sekundäre Fäulniserreger besiedeln Fraßgänge.

Bekämpfung: Insektenschutznetz (0,8 mm Maschenweite) über den Beeten; Gelb-Klebefallen zur Populationsüberwachung; Fruchtfolge (min. 3 Jahre ohne Apiaceae).

Blattläuse (Cavariella aegopodii)

Erkennungszeichen: Grün bis gelbgrün, 1–2 mm; bevorzugen Dolden und Triebspitzen; Honigtau-Exkrete; Ameisen als Indikator.

Schadbild: Dolden- und Triebdeformation; Honigtau fördert Rußtaupilze; Virusübertragung möglich (BYDV, AMV).

Bekämpfung: Kaliseife (3 g/L); Nützlinge (Marienkäfer, Aphidius colemani); befallene Triebspitzen entfernen.

Petersilienmotte (Depressaria radiella)

Erkennungszeichen: Gelblich-grüne Raupen (8–12 mm) in charakteristischen Gespinstnestern an Dolden; Motten bräunlich, 10 mm.

Schadbild: Gespinstbedeckte Dolden; Raupen fressen Doldenstrahlen und Samen; Triebe welken; starke Ertragsminderung.

Bekämpfung: Befallene Dolden entfernen und vernichten; Bacillus thuringiensis var. kurstaki; Schutznetze gegen Eiablage.

Erdflöhe (Phyllotreta spp.)

Erkennungszeichen: Kleine (2–3 mm) schwarz-glänzende Käfer mit Sprungbeinen; typisches Lochfraß-Muster auf Jungpflanzenblättern.

Schadbild: Runde Lochfraß-Fenster auf Blättern; Jungpflanzen besonders gefährdet; bei starkem Befall vollständige Entlaubung.

Bekämpfung: Netzabdeckung; Kaolin-Ton auf Blätter; Pyrethrin als letztes Mittel; Fruchtfolge.

Krankheiten & Pilze bei Koriander

Pilzliche und bakterielle Erkrankungen sind bei Koriander häufig und können bei ungünstigen Bedingungen schnell zur vollständigen Ernteschädigung führen.

Echter Mehltau (Erysiphe heraclei)

Ursache: Biotropher Pilz bei 20–28 °C und rel. LF 50–70 %; häufig im Spätsommer.

Verlauf: Weißer Mehlpuder auf Blättern und Dolden; Blattvergelbung.

Prävention & Bekämpfung: Backpulver-Lösung; Luftzirkulation; befallene Blätter entfernen.

Alternaria-Blattflecken (Alternaria dauci)

Ursache: Pilzbefall bei anhaltender Blattfeuchte; Same kann samenbürtig infiziert sein.

Verlauf: Dunkelbraune Flecken; Blätter und Dolden vertrocknen; Samengut infiziert.

Prävention & Bekämpfung: Zertifiziertes Saatgut; Blätter trocken halten; Kupfer-Fungizid.

Umfallkrankheit (Pythium spp.)

Ursache: Bodenpathogen bei Staunässe; Sämlinge in ersten Wochen besonders anfällig.

Verlauf: Stängel an Bodenlinie eingeschnürt; Sämling kollabiert.

Prävention & Bekämpfung: Steriles Substrat; Drainage; nicht zu dicht säen.

Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Ursache: Nekrotropher Pilz bei >80 % Luftfeuchtigkeit und 15–22 °C.

Verlauf: Grauer Sporenpelz auf Trieben und Dolden; Gewebeerweichung.

Prävention & Bekämpfung: Morgensbewässerung; Pflanzen auslichten; befallene Teile entfernen.

Diagnose-Hilfe für Koriander

Die folgende Tabelle hilft dir, Symptome an deiner Koriander-Pflanze zu identifizieren und die richtige Gegenmaßnahme zu ergreifen. Botanisch präzise Symptombeschreibungen ermöglichen eine schnelle Diagnose.

Symptom Ursache Lösung
Koriander-Blätter werden gelb, beginnend an älteren Blättern Stickstoffmangel: N wird aus älteren in jüngere Blätter remobilisiert. Stickstoffdünger (Flüssig-Volldünger, 0,5 g/L) alle 14 Tage; pH auf 6,0–7,0 prüfen.
Pflanze kräuselt sich und wächst kaum Blattlausbefall oder Eisenmangel bei zu hohem pH (>7,0). Blattläuse bekämpfen; pH absenken; Eisenchelat applizieren.
Weißer Mehlpuder auf Blättern Echter Mehltau (Erysiphe spp.) bei trockener Luft und dichtem Stand. Auslichten; Backpulver-Lösung (1 g/L); befallene Blätter entfernen.
Pflanze welkt trotz feuchtem Substrat Wurzelfäule (Pythium/Phytophthora) durch Staunässe. Drainage verbessern; Substrat erneuern; Bewässerung reduzieren.
Silbrige Stippen auf Blättern Spinnmilben (Tetranychus urticae): Zellinhalt-Saugschäden. Luftfeuchtigkeit erhöhen; Raubmilben einsetzen; Rapsöl sprühen.
Aroma schwächer als erwartet Zu viel Stickstoff oder Wasser verdünnt ätherische Öle; Lichtmangel. Sonnigsten Standort wählen; N-Düngung 2 Wochen vor Ernte stoppen; morgens ernten.
Stängel verholzt, kaum neue Triebe Fehlender Verjüngungsschnitt; natürlicher Alterungsprozess vieler Kräuter. Regelmäßig zurückschneiden (1/3–2/3 der Masse); Pflanze treibt erneut aus.
Pflanzen sterben im Winter ab Kälteschadenoder Kombination aus Frost und Staunässe. Gut drainierenden Standort wählen; in Töpfen kalt-frostfrei überwintern; mulchen.
Wollbüschel in Blattachseln Schmierläuse (Planococcus spp.): wachsartige Schutzauflage. Mechanisch mit Alkohol entfernen; Neem-Öl; Cryptolaemus montrouzieri.
Braune Blattränder, "verbrannter" Rand Salz-/Kaliummangel oder Calciummangel durch ungleichmäßige Bewässerung. Gleichmäßig gießen; Substrat mit Wasser durchspülen; Calciumpräparat geben.