🌿 Feldsalat im Freiland anbauen

Extrem frosthart – wächst noch bei Schnee.

Frostempfindlichkeit
Sehr gering
sehr frosthart
Min. Nachttemperatur
-5°C
Untergrenze für sicheres Auspflanzen
Optimale Tagestemperatur
5–18°C
Tagsüber ideal
Auspflanzzeit
ab GTS 50–100
Frühfrühling (ab GTS 50–100)

📅 Wann Feldsalat auspflanzen?

Feldsalat (Lamb's Lettuce) gehört in die Kategorie Gemüse und ist ab dem Frühfrühling (ab GTS 50–100) für das Freiland geeignet.

Als Richtwert gilt die Grünlandtemperatursumme (GTS): Feldsalat kann sicher ausgepflanzt werden, wenn die GTS den Schwellenwert für Frühfrühling überschritten hat und kein Frost mehr zu erwarten ist. GrowPilot.guide berechnet die aktuelle GTS für deinen Standort automatisch.

🗓️ Empfehlung: Prüfe vor dem Auspflanzen immer die 10-Tage-Wetterprognose für deinen Standort. Der GTS-Wert allein ist ein guter Anhaltspunkt, ersetzt aber keine Frostprognose.

❄️ Frostempfindlichkeit & Schutz

Feldsalat ist sehr frosthart und übersteht auch starke Minusgrade. Kann bereits im Vorfrühling ausgepflanzt werden. Mindest-Nachttemperatur: -5°C (Idealwert, kein Muss).

🌡️ Optimale Temperaturen

Feldsalat wächst am besten bei Tagestemperaturen zwischen 5°C und 18°C. Die Mindest-Nachttemperatur sollte nicht unter -5°C fallen.

🍄 Schimmel und Nässe

Feldsalat ist relativ robust gegenüber Schimmel und verträgt auch feuchtere Bedingungen gut. Trotzdem gilt: Staunässe ist immer zu vermeiden.

Regenempfindlichkeit: Gering – Relativ regenverträglich – gute Drainage reicht aus.

🗓️ Anbau-Kalender für Feldsalat

Der folgende Kalender zeigt, wann du Feldsalat vorziehen, säen, pflanzen und ernten kannst.

Maßnahme JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
🌱 Direktsaat draußen
🌾 Erntezeit

☀️ Standort & Bedarf

Standort: 🌤 Halbschatten · Boden: locker, humos, mäßig feucht

Wasserbedarf
💧💧 Mittel
Nährstoffbedarf
Gering (Schwachzehrer)
Pflanzabstand
10 cm
Reihenabstand: 15 cm
Bodentemperatur
-5–15°C
Min.–Ideal

🌸 Mischkultur – Gute & schlechte Nachbarn

In der Mischkultur spielen Nachbarschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle. Die richtigen Begleitpflanzen können Schädlinge abwehren, den Boden verbessern und das Wachstum fördern.

✅ Gute Nachbarn für Feldsalat:

⭐ Profi-Tipp für Feldsalat

💡 Der Salat für Herbst und Winter – wächst selbst unter Schnee. Im Frühjahr schießt er schnell – dann rechtzeitig ernten.

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🔬 Botanisches Profil

Botanische Familie: Baldriangewächse (Valerianaceae), Gattung Valerianella, Art Valerianella locusta

Pflegestufe: ✅ Einfach

Lebenszyklus: Feldsalat ist eine einjährige bis zweijährige Rosettenpflanze mit kleinen, rundlichen Blättern in charakteristischen Blattrosetten. Kältetolerant bis −15 °C; ideal für Winter- und Frühjahrsanbau. Sehr nährstoffreich (Eisen, Betacarotin). Direktsaat August–September; Ernte Oktober–März.

Erwarteter Ertrag: 50–100 g Frischblätter pro Rosette; deutlich weniger als andere Salatarten, aber winterharte Quelle.

🐛 Häufige Schädlinge bei Feldsalat

Die folgenden Schädlinge treten bei Feldsalat besonders häufig auf. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Kohlweißling (Pieris brassicae / P. rapae)

Erkennungszeichen: Adulte weiße Schmetterlinge mit schwarzen Flecken; Raupen des Großen Kohlweißlings (P. brassicae) grün-gelb mit schwarzen Punkten, gesellig; Kleiner Kohlweißling einzeln lebend, hellgrün.

Schadbild: Starker Blattfraß: Skelettierung bei P. brassicae; P. rapae-Raupen fressen tiefe Fraßlöcher; Kohlköpfe können vollständig befallen und wertlos werden.

Bekämpfung: Insektenschutznetz (feinmaschig); Bacillus thuringiensis var. kurstaki bei erstem Raupenfund; Raupen von Hand ablesen; Eigelege zerstören.

Kohlfliege (Delia radicum)

Erkennungszeichen: Adulte graubraune Fliegen (6 mm), ähnlich Hausfliege; Larven weiß, fußlos, 8 mm, in Hauptwurzel; typische Fraßschäden an Wurzel.

Schadbild: Larven fressen Hauptwurzel durch; Pflanzen kümmern, welken und sterben ab; sekundäre Fäulniserreger besiedeln geschädigte Wurzeln.

Bekämpfung: Insektenschutznetz von Pflanzung bis Mitte Juli; Kohlfliegennetz; Nematoden (Steinernema feltiae) bei >12 °C Bodentemperatur; Fruchtfolge.

Kohlmotte (Plutella xylostella)

Erkennungszeichen: Kleine Motte (13 mm Spannweite); Raupen sehr klein (6 mm), hellgrün, mit charakteristischer S-förmiger Bewegung; Puppen in offenem Gespinstnetz.

Schadbild: Jungraupen fressen Fenster ins Blatt (Epidermis bleibt zunächst intakt); ältere Raupen fressen Durchlöcher; Resistenz gegen viele Insektizide entwickelt.

Bekämpfung: Bacillus thuringiensis var. kurstaki; Trichogramma brassicae als Schlupfwespe; Insektenschutznetz.

Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae)

Erkennungszeichen: Blaugrün mit weißer Wachspuderbedeckung, 1–2 mm; bildet dichte Kolonien auf Blattunterseiten; sehr charakteristisch durch wachsige Erscheinung.

Schadbild: Honigtau-Exkrete und Rußtaupilze; Blätter kräuseln sich; starke Schwächung bei dichten Kolonien; Übertragung von Turnip mosaic virus.

Bekämpfung: Neem-Öl (5 ml/L); Diaeretiella rapae als Schlupfwespe; Pyrethrin; befallene Blätter entfernen.

🍄 Krankheiten & Pilze bei Feldsalat

Pilzliche und bakterielle Erkrankungen sind bei Feldsalat häufig und können bei ungünstigen Bedingungen schnell zur vollständigen Ernteschädigung führen.

Falscher Mehltau (Phytophthora valerianellae)

Ursache: Wirtsspezifischer Oomycet für Feldsalat; Sporulation bei Blattfeuchte und 8–15 °C.

Verlauf: Gelbliche Flecken auf Blattoberseite; weißlicher Sporenpelz auf Blattunterseite; Pflanze stirbt rasch ab.

Prävention & Bekämpfung: Resistente Sorten; keine Überkopfbewässerung; Kupfer-Fungizid bei erstem Symptom.

Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Ursache: Nekrotropher Pilz; besonders im Herbst und Winter bei Dauerfeuchte und kühlen Temperaturen.

Verlauf: Grauer Sporenpelz auf Rosetten; wässrige Fäulnis; Rosetten verfaulen komplett.

Prävention & Bekämpfung: Morgensbewässerung; Luftzirkulation; erkrankte Rosetten entfernen.

Welkekrankheit (Fusarium oxysporum)

Ursache: Bodenpathogen; Infektion über Wurzeln bei warmem, feuchtem Boden.

Verlauf: Welken einzelner Rosetten; Stängelbasis dunkel verfärbt.

Prävention & Bekämpfung: Fruchtfolge; drainierendes Substrat; gesundes Saatgut.

Mehltau (Erysiphe valerianellae)

Ursache: Wirtsspezifischer Mehltaupilz; selten, aber bei sehr trockenem Herbstwetter möglich.

Verlauf: Weißmehliger Belag auf Rosetten; Blätter vergilben.

Prävention & Bekämpfung: Backpulver-Lösung; befallene Rosetten entfernen; Belüftung.

🔍 Diagnose-Hilfe für Feldsalat

Die folgende Tabelle hilft dir, Symptome an deiner Feldsalat-Pflanze zu identifizieren und die richtige Gegenmaßnahme zu ergreifen. Botanisch präzise Symptombeschreibungen ermöglichen eine schnelle Diagnose.

Symptom Ursache Lösung
Blätter werden gelb, beginnend an Blattstiel Stickstoffmangel oder Wurzelfäule bei Staunässe. N-Düngung applizieren; Drainage prüfen; pH auf 6,0–7,0 einstellen.
Weißer Mehlpuder auf Blättern oder an Stängeln Echter Mehltau (Erysiphe spp.) bei trockener Luft und warmem Wetter. Befallene Blätter entfernen; Backpulver-Lösung; Abstand vergrößern.
Pflanze wächst sehr langsam Zu kalter Boden (<10 °C) oder pH außerhalb des optimalen Bereichs. Boden erwärmen (Folie); pH anpassen; Startdüngung mit Phosphor.
Fraßlöcher in Blättern Raupen (Noctuidae, Pieridae), Schnecken oder Käfer; nachtaktiver Fraß. Schädling identifizieren; Insektenschutznetz; Bacillus thuringiensis; Schneckenfallen.
Pflanze fällt um, Stängel eingeschnürt an Basis Umfallkrankheit (Pythium, Rhizoctonia) bei Staunässe und dichtem Stand. Befallene Pflanzen entfernen; Substrat erneuern; Drainage verbessern.
Gelbfleckige Blätter mit grünen Adern Magnesiummangel (Interveinal-Chlorose) bei pH >7 oder zu viel Kalium. Magnesiumsulfat (10 g/L) als Blattdüngung; pH absenken.
Früchte/Ernte bleibt klein und kümmert Kaliummangel: K essentiell für Frucht- und Wurzelentwicklung. Kaliumdünger (Kaliumsulfat) applizieren; gleichmäßig gießen.
Ameisen auf der Pflanze, klebrige Blätter Blattlausbefall: Honigtau zieht Ameisen an, die Blattläuse schützen. Blattläuse bekämpfen; Ameisenschutz-Barriere; Nützlinge einsetzen.
Blätter rollen sich nach oben/innen Physiologische Blattrollung durch Hitze/Trockenheit oder Virus. Gleichmäßig gießen; auf Viren prüfen; bei Virusverdacht Pflanze vernichten.
Gestank aus dem Beet, matschige Pflanzen Bakterielle Weichfäule (Erwinia carotovora) bei Staunässe und Verletzungen. Befallene Pflanzen sofort entfernen; Drainage sichern; Substrat erneuern.