Eisbergsalat im Freiland anbauen

Etwas wärmebedürftiger als Kopfsalat.

Frostempfindlichkeit
Gering
frosthart
Min. Nachttemperatur
3°C
Untergrenze für sicheres Auspflanzen
Optimale Tagestemperatur
12–22°C
Tagsüber ideal
Auspflanzzeit
ab GTS 50–100
Frühfrühling (ab GTS 50–100)

Wann Eisbergsalat auspflanzen?

Eisbergsalat (Iceberg Lettuce) gehört in die Kategorie Gemüse und ist ab dem Frühfrühling (ab GTS 50–100) für das Freiland geeignet.

Als Richtwert gilt die Grünlandtemperatursumme (GTS): Eisbergsalat kann sicher ausgepflanzt werden, wenn die GTS den Schwellenwert für Frühfrühling überschritten hat und kein Frost mehr zu erwarten ist. GrowPilot.guide berechnet die aktuelle GTS für deinen Standort automatisch.

Empfehlung: Prüfe vor dem Auspflanzen immer die 10-Tage-Wetterprognose für deinen Standort. Der GTS-Wert allein ist ein guter Anhaltspunkt, ersetzt aber keine Frostprognose.

Frostempfindlichkeit & Schutz

Eisbergsalat ist frosthart und übersteht mäßige Minusgrade gut. Kann früh im Frühjahr ausgepflanzt werden, sobald der Boden bearbeitbar ist. Mindest-Nachttemperatur im Idealfall: 3°C.

Optimale Temperaturen

Eisbergsalat wächst am besten bei Tagestemperaturen zwischen 12°C und 22°C. Die Mindest-Nachttemperatur sollte nicht unter 3°C fallen.

Schimmel und Nässe

Eisbergsalat zeigt eine mittlere Empfindlichkeit gegenüber Schimmel. Bei Dauerregen oder sehr hoher Luftfeuchtigkeit sollte Vorsorge getroffen werden – gute Belüftung ist wichtig.

Regenempfindlichkeit: Gering – Relativ regenverträglich – gute Drainage reicht aus.

Anbau-Kalender für Eisbergsalat

Der folgende Kalender zeigt, wann du Eisbergsalat vorziehen, säen, pflanzen und ernten kannst.

Maßnahme JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Voranzucht innen
Auspflanzen
Erntezeit

Standort & Bedarf

Standort: Halbschatten · Boden: humos, gleichmäßig feucht, nährstoffreich

Wasserbedarf
Hoch
Nährstoffbedarf
Mittel
Pflanzabstand
30 cm
Reihenabstand: 35 cm
Bodentemperatur
5–18°C
Min.–Ideal

Mischkultur – Gute & schlechte Nachbarn

In der Mischkultur spielen Nachbarschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle. Die richtigen Begleitpflanzen können Schädlinge abwehren, den Boden verbessern und das Wachstum fördern.

Gute Nachbarn für Eisbergsalat:

Schlechte Nachbarn:

Profi-Tipp für Eisbergsalat

Im Hochsommer Halbschatten wählen. Gleichmäßig gießen – Schwankungen führen zu Bitterstoff-Bildung. Hitzeverträgliche Sorten wählen.

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GrowPilot.guide berechnet für deinen Standort die aktuelle GTS, zeigt die phänologische Jahreszeit und gibt dir eine personalisierte Tagesanalyse speziell für Eisbergsalat – inklusive Frostwarnung, Schimmelrisiko und optimaler Pflanzzeit.

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Botanisches Profil

Botanische Familie: Korbblütler (Asteraceae), Gattung Lactuca, Art Lactuca sativa var. capitata (Eisbergsalat, Crisphead)

Pflegestufe: Mittel

Lebenszyklus: Eisbergsalat bildet feste, kompakte Köpfe mit knackig-crispem Blattgewebe. Benötigt kühle Temperaturen (15–20 °C) zur Kopfbildung; bei Hitze boltet er und bildet keine festen Köpfe. Längere Kulturdauer als andere Salattypen (70–90 Tage).

Erwarteter Ertrag: 300–600 g Frischgewicht pro Kopf; besonders lagerfähig (bis 3 Wochen im Kühlschrank).

Häufige Schädlinge bei Eisbergsalat

Die folgenden Schädlinge treten bei Eisbergsalat besonders häufig auf. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Kohlweißling (Pieris brassicae / P. rapae)

Erkennungszeichen: Adulte weiße Schmetterlinge mit schwarzen Flecken; Raupen des Großen Kohlweißlings (P. brassicae) grün-gelb mit schwarzen Punkten, gesellig; Kleiner Kohlweißling einzeln lebend, hellgrün.

Schadbild: Starker Blattfraß: Skelettierung bei P. brassicae; P. rapae-Raupen fressen tiefe Fraßlöcher; Kohlköpfe können vollständig befallen und wertlos werden.

Bekämpfung: Insektenschutznetz (feinmaschig); Bacillus thuringiensis var. kurstaki bei erstem Raupenfund; Raupen von Hand ablesen; Eigelege zerstören.

Kohlfliege (Delia radicum)

Erkennungszeichen: Adulte graubraune Fliegen (6 mm), ähnlich Hausfliege; Larven weiß, fußlos, 8 mm, in Hauptwurzel; typische Fraßschäden an Wurzel.

Schadbild: Larven fressen Hauptwurzel durch; Pflanzen kümmern, welken und sterben ab; sekundäre Fäulniserreger besiedeln geschädigte Wurzeln.

Bekämpfung: Insektenschutznetz von Pflanzung bis Mitte Juli; Kohlfliegennetz; Nematoden (Steinernema feltiae) bei >12 °C Bodentemperatur; Fruchtfolge.

Kohlmotte (Plutella xylostella)

Erkennungszeichen: Kleine Motte (13 mm Spannweite); Raupen sehr klein (6 mm), hellgrün, mit charakteristischer S-förmiger Bewegung; Puppen in offenem Gespinstnetz.

Schadbild: Jungraupen fressen Fenster ins Blatt (Epidermis bleibt zunächst intakt); ältere Raupen fressen Durchlöcher; Resistenz gegen viele Insektizide entwickelt.

Bekämpfung: Bacillus thuringiensis var. kurstaki; Trichogramma brassicae als Schlupfwespe; Insektenschutznetz.

Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae)

Erkennungszeichen: Blaugrün mit weißer Wachspuderbedeckung, 1–2 mm; bildet dichte Kolonien auf Blattunterseiten; sehr charakteristisch durch wachsige Erscheinung.

Schadbild: Honigtau-Exkrete und Rußtaupilze; Blätter kräuseln sich; starke Schwächung bei dichten Kolonien; Übertragung von Turnip mosaic virus.

Bekämpfung: Neem-Öl (5 ml/L); Diaeretiella rapae als Schlupfwespe; Pyrethrin; befallene Blätter entfernen.

Krankheiten & Pilze bei Eisbergsalat

Pilzliche und bakterielle Erkrankungen sind bei Eisbergsalat häufig und können bei ungünstigen Bedingungen schnell zur vollständigen Ernteschädigung führen.

Falscher Mehltau (Bremia lactucae)

Ursache: Obligater Oomycet; Sporulation bei Blattfeuchte und 12–18 °C.

Verlauf: Gelbe Flecken auf äußeren Blättern; weißgrauer Sporenpelz; Blätter nekrotisieren.

Prävention & Bekämpfung: Resistente Sorten; Morgensbewässerung; Kupfer-Fungizid.

Sclerotinia-Kopffäule (Sclerotinia sclerotiorum)

Ursache: Bodenpathogen; besonders gefährlich für feste Köpfe wo Feuchtigkeit sich sammelt.

Verlauf: Wässrige Fäulnis; weißes Wollmyzel im Kopfinneren; schwarze Sklerotien.

Prävention & Bekämpfung: Fruchtfolge; Drainage; Abstände sichern.

Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Ursache: Nekrotropher Pilz; Eintrittspunkt oft äußere, beschädigte Blätter.

Verlauf: Grauer Sporenpelz; Ausbreitung von außen nach innen in den Kopf.

Prävention & Bekämpfung: Äußere Blätter bei der Ernte entfernen; Belüftung sichern.

Tipburn

Ursache: Calciummangel: Ca-Translokations-Störung bei schnellem Wachstum und Hitze; physiologisch, kein Pilz.

Verlauf: Braune, nekrotische Blattränder der inneren Herzblätter; charakteristisch bei Eisbergsalat.

Prävention & Bekämpfung: Gleichmäßige Bewässerung; Ca-Nitrat als Blattdüngung; kühle Temperaturen begünstigen.

Diagnose-Hilfe für Eisbergsalat

Die folgende Tabelle hilft dir, Symptome an deiner Eisbergsalat-Pflanze zu identifizieren und die richtige Gegenmaßnahme zu ergreifen. Botanisch präzise Symptombeschreibungen ermöglichen eine schnelle Diagnose.

Symptom Ursache Lösung
Blätter werden gelb, beginnend an Blattstiel Stickstoffmangel oder Wurzelfäule bei Staunässe. N-Düngung applizieren; Drainage prüfen; pH auf 6,0–7,0 einstellen.
Weißer Mehlpuder auf Blättern oder an Stängeln Echter Mehltau (Erysiphe spp.) bei trockener Luft und warmem Wetter. Befallene Blätter entfernen; Backpulver-Lösung; Abstand vergrößern.
Pflanze wächst sehr langsam Zu kalter Boden (<10 °C) oder pH außerhalb des optimalen Bereichs. Boden erwärmen (Folie); pH anpassen; Startdüngung mit Phosphor.
Fraßlöcher in Blättern Raupen (Noctuidae, Pieridae), Schnecken oder Käfer; nachtaktiver Fraß. Schädling identifizieren; Insektenschutznetz; Bacillus thuringiensis; Schneckenfallen.
Pflanze fällt um, Stängel eingeschnürt an Basis Umfallkrankheit (Pythium, Rhizoctonia) bei Staunässe und dichtem Stand. Befallene Pflanzen entfernen; Substrat erneuern; Drainage verbessern.
Gelbfleckige Blätter mit grünen Adern Magnesiummangel (Interveinal-Chlorose) bei pH >7 oder zu viel Kalium. Magnesiumsulfat (10 g/L) als Blattdüngung; pH absenken.
Früchte/Ernte bleibt klein und kümmert Kaliummangel: K essentiell für Frucht- und Wurzelentwicklung. Kaliumdünger (Kaliumsulfat) applizieren; gleichmäßig gießen.
Ameisen auf der Pflanze, klebrige Blätter Blattlausbefall: Honigtau zieht Ameisen an, die Blattläuse schützen. Blattläuse bekämpfen; Ameisenschutz-Barriere; Nützlinge einsetzen.
Blätter rollen sich nach oben/innen Physiologische Blattrollung durch Hitze/Trockenheit oder Virus. Gleichmäßig gießen; auf Viren prüfen; bei Virusverdacht Pflanze vernichten.
Gestank aus dem Beet, matschige Pflanzen Bakterielle Weichfäule (Erwinia carotovora) bei Staunässe und Verletzungen. Befallene Pflanzen sofort entfernen; Drainage sichern; Substrat erneuern.