Cherrytomate im Freiland anbauen

Robuster als Fleischtomate – aber kein Frost toleriert.

Frostempfindlichkeit
Sehr hoch
kein Frost toleriert
Min. Nachttemperatur
10°C
Untergrenze für sicheres Auspflanzen
Optimale Tagestemperatur
18–32°C
Tagsüber ideal
Auspflanzzeit
ab GTS 300–350
Frühsommer (ab GTS 300–350)

Wann Cherrytomate auspflanzen?

Cherrytomate (Cherry Tomato) gehört in die Kategorie Gemüse und ist ab dem Frühsommer (ab GTS 300–350) für das Freiland geeignet.

Als Richtwert gilt die Grünlandtemperatursumme (GTS): Cherrytomate kann sicher ausgepflanzt werden, wenn die GTS den Schwellenwert für Frühsommer überschritten hat und kein Frost mehr zu erwarten ist. GrowPilot.guide berechnet die aktuelle GTS für deinen Standort automatisch.

Empfehlung: Prüfe vor dem Auspflanzen immer die 10-Tage-Wetterprognose für deinen Standort. Der GTS-Wert allein ist ein guter Anhaltspunkt, ersetzt aber keine Frostprognose.

Frostempfindlichkeit & Schutz

Cherrytomate verträgt absolut keinen Frost. Bereits leichter Bodenfrost (−1°C) kann zur vollständigen Zerstörung der Pflanze führen. Erst auspflanzen, wenn die Nachttemperaturen stabil über 10°C liegen und der Wetterdienst keinen Frost in den nächsten 14 Tagen vorhersagt.

Was tun bei Spätfrost?

Eisheiligen beachten! In Deutschland können Spätfröste bis Mitte Mai auftreten (11.–15. Mai). Cherrytomate niemals vor Abschluss der Eisheiligen ins Freiland.

Optimale Temperaturen

Cherrytomate wächst am besten bei Tagestemperaturen zwischen 18°C und 32°C. Die Mindest-Nachttemperatur sollte nicht unter 10°C fallen.

Schimmel und Nässe

Cherrytomate zeigt eine mittlere Empfindlichkeit gegenüber Schimmel. Bei Dauerregen oder sehr hoher Luftfeuchtigkeit sollte Vorsorge getroffen werden – gute Belüftung ist wichtig.

Regenempfindlichkeit: Mittel – Mäßiger Regen wird toleriert, Staunässe sollte aber vermieden werden.

Anbau-Kalender für Cherrytomate

Der folgende Kalender zeigt, wann du Cherrytomate vorziehen, säen, pflanzen und ernten kannst.

Maßnahme JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Voranzucht innen
Auspflanzen
Erntezeit

Standort & Bedarf

Standort: Volle Sonne · Boden: humos, nährstoffreich, warm

Wasserbedarf
Hoch
Nährstoffbedarf
Hoch (Starkzehrer)
Pflanzabstand
50 cm
Reihenabstand: 70 cm
Bodentemperatur
12–25°C
Min.–Ideal

Mischkultur – Gute & schlechte Nachbarn

In der Mischkultur spielen Nachbarschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle. Die richtigen Begleitpflanzen können Schädlinge abwehren, den Boden verbessern und das Wachstum fördern.

Gute Nachbarn für Cherrytomate:

Schlechte Nachbarn:

Profi-Tipp für Cherrytomate

Robuster als Fleischtomate – ideal für den Balkon im Topf. Regelmäßig ausgeizen und an Stäben befestigen.

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Botanisches Profil

Botanische Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae), Gattung Solanum, Art Solanum lycopersicum var. cerasiforme (Kirschtomate)

Pflegestufe: Einfach

Lebenszyklus: Kirsch-Tomaten sind eine Kultivariante der Tomate mit Früchten von 10–30 g Frischgewicht, die deutlich robuster und krankheitsresistenter als Großfruchtsorten sind. Die Pflanzen sind oft stark indeterminiert wachsend (besonders Wildtypen wie "Rote Murmel") und können 2–3 m hohe Ranken bilden. Frühreife Sorten (60 Tage nach Pflanzung) eignen sich besonders für den Anbau im Norden.

Erwarteter Ertrag: 2–5 kg Früchte pro Pflanze; bei stark indeterminierten Wildtypen bis 8 kg möglich. Ertrag pro Querschnitt der Frucht höher als bei Großfruchtsorten.

Häufige Schädlinge bei Cherrytomate

Die folgenden Schädlinge treten bei Cherrytomate besonders häufig auf. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum)

Erkennungszeichen: Weiße Fliegen (1–2 mm) auf Blattunterseiten; bei Erschütterung weißer Schwarm; Larven gelblich, transparent.

Schadbild: Honigtau; Rußtaupilze; bei starkem Befall Vergilbung und Schwächung der Pflanze.

Bekämpfung: Gelb-Klebefallen; Encarsia formosa als Schlupfwespe; Pyrethrin abends.

Blattläuse (Macrosiphum euphorbiae)

Erkennungszeichen: Grüne bis rosarote Blattläuse auf Triebspitzen; Honigtau; Ameisen.

Schadbild: Triebdeformation; Virusübertragung; Honigtau und Rußtaupilze.

Bekämpfung: Neem-Öl; Nützlinge; Kaliseife.

Tomatenminiermotte (Tuta absoluta)

Erkennungszeichen: Transparente Blattminen; Larven 5–8 mm, grünlich; Pheromonfallen fangen Adulte.

Schadbild: Blattminen; Larven bohren in Früchte; massive Ertragsausfälle.

Bekämpfung: Pheromonfallen; Bacillus thuringiensis; Trichogramma-Schlupfwespen.

Spinnmilbe (Tetranychus urticae)

Erkennungszeichen: Silbrige Stippen auf Blättern; Gespinste; orangerote Milben <0,5 mm.

Schadbild: Chlorotische Stippen; Blattvergelbung; bei Massenbefall Defoliation.

Bekämpfung: Luftfeuchtigkeit erhöhen; Phytoseiulus persimilis; Rapsöl.

Krankheiten & Pilze bei Cherrytomate

Pilzliche und bakterielle Erkrankungen sind bei Cherrytomate häufig und können bei ungünstigen Bedingungen schnell zur vollständigen Ernteschädigung führen.

Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans)

Ursache: Oomycet; Sporulation bei kühler, feuchter Witterung; Cherry-Tomaten etwas resistenter als Großfruchtsorten.

Verlauf: Ölige Blattflecken; weißgrauer Sporenpelz auf Blattunterseite; rasche Nekrose; Übergang auf Früchte.

Prävention & Bekämpfung: Resistente Sorten bevorzugen; Kupfer-Fungizid präventiv; Pflanzen morgens gießen.

Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Ursache: Nekrotropher Pilz; besonders an Ausgeiz-Wunden und in Blütenresten bei hoher Luftfeuchte.

Verlauf: Grauer Sporenpelz; "Botrytis-Hals" an Ausgeiz-Stellen; Früchte faulen.

Prävention & Bekämpfung: Nur bei trockenem Wetter ausgeizen; Belüftung maximieren; befallene Früchte entfernen.

Tomaten-Virus-Komplex (CMV, TMV, TSWV)

Ursache: Verschiedene Viren; mechanisch oder durch Blattläuse/Thripse übertragen; sehr persistent.

Verlauf: Mosaik-Chlorose; Blattdeformation; Früchte bleiben klein oder entwickeln Ringe.

Prävention & Bekämpfung: Resistente Sorten; Werkzeug-Desinfektion; Blattläuse/Thripse bekämpfen.

Alternaria-Blattfleckenkrankheit (Alternaria solani)

Ursache: Pilz bei warm-feuchten Bedingungen; befällt bevorzugt ältere Grundblätter.

Verlauf: Konzentrische Blattflecken (Zielscheibenmuster); Blätter vergilben von unten; Stängelflecken.

Prävention & Bekämpfung: Grundblätter entfernen; Kupfer-Fungizid; Abstände sichern.

Diagnose-Hilfe für Cherrytomate

Die folgende Tabelle hilft dir, Symptome an deiner Cherrytomate-Pflanze zu identifizieren und die richtige Gegenmaßnahme zu ergreifen. Botanisch präzise Symptombeschreibungen ermöglichen eine schnelle Diagnose.

Symptom Ursache Lösung
Früchte platzen auf vor der Reife Wachstumsrisse durch Bewässerungsschwankungen: nach Trockenheit schnelle Wasseraufnahme sprengt die Schale. Gleichmäßig und häufig gießen; Mulchschicht spart Wasser; rissresistente Sorten wählen.
Früchte bleiben klein und entwickeln sich kaum Kaliummangel: K ist essentiell für Fruchtentwicklung und -qualität. Kaliumdünger (Kaliumsulfat) bei Blütenbeginn geben; N-Düngung gleichzeitig reduzieren.
Früchte innen hohl oder mit wenig Fruchtfleisch Unvollständige Bestäubung durch fehlende Pollinatoren oder zu hohe/niedrige Temperaturen. Blüten leicht schütteln (Vibration); Hummeln als Bestäuber; Temperaturen >35 °C und <10 °C vermeiden.
Früchte zeigen Silber-Stippen auf der Schale Thripse (Frankliniella occidentalis): Saug-Schäden auf reifender Fruchtschale. Blaue Klebefallen; Orius spp. als Raubwanzen; Spinosad bei starkem Befall.
Grüne Schulter bleibt auf roten Früchten Hitzestress (>32 °C) hemmt Lycopin-Einlagerung in Fruchtschulter; genetisch auch möglich. Schatten bei extremer Hitze; "green shoulder"-freie Sorten wählen.
Weiße Flecken (Sonnenbrand) auf Fruchtschale Direkte Sonnenbestrahlung (>60 klux) verbrennt Fruchtschale-Zellen. 30–50 % Schattiergewebe bei extremer Sonne; Laub nicht übermäßig ausgeizen.
Früchte faulen grau-braun an der Spitze Blütenendfäule durch Ca-Translokationsstörung bei ungleichmäßiger Bewässerung. Gleichmäßig bewässern; Ca-Nitrat als Blattdüngung; befallene Früchte ernten.
Pflanzen welken mittags, erholen sich abends Normale Mittagswelke bei >30 °C: temporärer Wasserverlust übersteigt Wurzel-Aufnahmekapazität. Morgens und abends gießen; mulchen; bei Dauerwelke Wurzeln auf Fäule prüfen.
Früchte schmecken wässrig und fade Zu viel Stickstoff oder Wasser verdünnt Zucker und Säure in Früchten. N-Düngung ab Blütenbeginn stoppen; weniger gießen (Trockenstressen erhöht Zucker); reife Früchte sofort ernten.
Schwarze Halseinschnürung an Ausgeiz-Wunden Grauschimmel (Botrytis cinerea): "Botrytis-Hals" an nassen Ausgeiz-Schnitten. Nur bei trockenem Wetter ausgeizen; Wunden trocknen lassen; Kupferpulver auf frische Schnittstellen.