🌿 Cherrytomate im Freiland anbauen

Robuster als Fleischtomate – aber kein Frost toleriert.

Frostempfindlichkeit
Sehr hoch
kein Frost toleriert
Min. Nachttemperatur
10°C
Untergrenze für sicheres Auspflanzen
Optimale Tagestemperatur
18–32°C
Tagsüber ideal
Auspflanzzeit
ab GTS 300–350
Frühsommer (ab GTS 300–350)

📅 Wann Cherrytomate auspflanzen?

Cherrytomate (Cherry Tomato) gehört in die Kategorie Gemüse und ist ab dem Frühsommer (ab GTS 300–350) für das Freiland geeignet.

Als Richtwert gilt die Grünlandtemperatursumme (GTS): Cherrytomate kann sicher ausgepflanzt werden, wenn die GTS den Schwellenwert für Frühsommer überschritten hat und kein Frost mehr zu erwarten ist. GrowPilot.guide berechnet die aktuelle GTS für deinen Standort automatisch.

🗓️ Empfehlung: Prüfe vor dem Auspflanzen immer die 10-Tage-Wetterprognose für deinen Standort. Der GTS-Wert allein ist ein guter Anhaltspunkt, ersetzt aber keine Frostprognose.

❄️ Frostempfindlichkeit & Schutz

Cherrytomate verträgt absolut keinen Frost. Bereits leichter Bodenfrost (−1°C) kann zur vollständigen Zerstörung der Pflanze führen. Erst auspflanzen, wenn die Nachttemperaturen stabil über 10°C liegen und der Wetterdienst keinen Frost in den nächsten 14 Tagen vorhersagt.

Was tun bei Spätfrost?

❄️ Eisheiligen beachten! In Deutschland können Spätfröste bis Mitte Mai auftreten (11.–15. Mai). Cherrytomate niemals vor Abschluss der Eisheiligen ins Freiland.

🌡️ Optimale Temperaturen

Cherrytomate wächst am besten bei Tagestemperaturen zwischen 18°C und 32°C. Die Mindest-Nachttemperatur sollte nicht unter 10°C fallen.

🍄 Schimmel und Nässe

Cherrytomate zeigt eine mittlere Empfindlichkeit gegenüber Schimmel. Bei Dauerregen oder sehr hoher Luftfeuchtigkeit sollte Vorsorge getroffen werden – gute Belüftung ist wichtig.

Regenempfindlichkeit: Mittel – Mäßiger Regen wird toleriert, Staunässe sollte aber vermieden werden.

🗓️ Anbau-Kalender für Cherrytomate

Der folgende Kalender zeigt, wann du Cherrytomate vorziehen, säen, pflanzen und ernten kannst.

Maßnahme JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
🏠 Voranzucht innen
🪴 Auspflanzen
🌾 Erntezeit

☀️ Standort & Bedarf

Standort: ☀️ Volle Sonne · Boden: humos, nährstoffreich, warm

Wasserbedarf
💧💧💧 Hoch
Nährstoffbedarf
Hoch (Starkzehrer)
Pflanzabstand
50 cm
Reihenabstand: 70 cm
Bodentemperatur
12–25°C
Min.–Ideal

🌸 Mischkultur – Gute & schlechte Nachbarn

In der Mischkultur spielen Nachbarschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle. Die richtigen Begleitpflanzen können Schädlinge abwehren, den Boden verbessern und das Wachstum fördern.

✅ Gute Nachbarn für Cherrytomate:

❌ Schlechte Nachbarn:

⭐ Profi-Tipp für Cherrytomate

💡 Robuster als Fleischtomate – ideal für den Balkon im Topf. Regelmäßig ausgeizen und an Stäben befestigen.

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🔬 Botanisches Profil

Botanische Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae), Gattung Solanum, Art Solanum lycopersicum var. cerasiforme (Kirschtomate)

Pflegestufe: ✅ Einfach

Lebenszyklus: Kirsch-Tomaten sind eine Kultivariante der Tomate mit Früchten von 10–30 g Frischgewicht, die deutlich robuster und krankheitsresistenter als Großfruchtsorten sind. Die Pflanzen sind oft stark indeterminiert wachsend (besonders Wildtypen wie "Rote Murmel") und können 2–3 m hohe Ranken bilden. Frühreife Sorten (60 Tage nach Pflanzung) eignen sich besonders für den Anbau im Norden.

Erwarteter Ertrag: 2–5 kg Früchte pro Pflanze; bei stark indeterminierten Wildtypen bis 8 kg möglich. Ertrag pro Querschnitt der Frucht höher als bei Großfruchtsorten.

🐛 Häufige Schädlinge bei Cherrytomate

Die folgenden Schädlinge treten bei Cherrytomate besonders häufig auf. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum)

Erkennungszeichen: Weiße Fliegen (1–2 mm) auf Blattunterseiten; bei Erschütterung weißer Schwarm; Larven gelblich, transparent.

Schadbild: Honigtau; Rußtaupilze; bei starkem Befall Vergilbung und Schwächung der Pflanze.

Bekämpfung: Gelb-Klebefallen; Encarsia formosa als Schlupfwespe; Pyrethrin abends.

Blattläuse (Macrosiphum euphorbiae)

Erkennungszeichen: Grüne bis rosarote Blattläuse auf Triebspitzen; Honigtau; Ameisen.

Schadbild: Triebdeformation; Virusübertragung; Honigtau und Rußtaupilze.

Bekämpfung: Neem-Öl; Nützlinge; Kaliseife.

Tomatenminiermotte (Tuta absoluta)

Erkennungszeichen: Transparente Blattminen; Larven 5–8 mm, grünlich; Pheromonfallen fangen Adulte.

Schadbild: Blattminen; Larven bohren in Früchte; massive Ertragsausfälle.

Bekämpfung: Pheromonfallen; Bacillus thuringiensis; Trichogramma-Schlupfwespen.

Spinnmilbe (Tetranychus urticae)

Erkennungszeichen: Silbrige Stippen auf Blättern; Gespinste; orangerote Milben <0,5 mm.

Schadbild: Chlorotische Stippen; Blattvergelbung; bei Massenbefall Defoliation.

Bekämpfung: Luftfeuchtigkeit erhöhen; Phytoseiulus persimilis; Rapsöl.

🍄 Krankheiten & Pilze bei Cherrytomate

Pilzliche und bakterielle Erkrankungen sind bei Cherrytomate häufig und können bei ungünstigen Bedingungen schnell zur vollständigen Ernteschädigung führen.

Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans)

Ursache: Oomycet; Sporulation bei kühler, feuchter Witterung; Cherry-Tomaten etwas resistenter als Großfruchtsorten.

Verlauf: Ölige Blattflecken; weißgrauer Sporenpelz auf Blattunterseite; rasche Nekrose; Übergang auf Früchte.

Prävention & Bekämpfung: Resistente Sorten bevorzugen; Kupfer-Fungizid präventiv; Pflanzen morgens gießen.

Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Ursache: Nekrotropher Pilz; besonders an Ausgeiz-Wunden und in Blütenresten bei hoher Luftfeuchte.

Verlauf: Grauer Sporenpelz; "Botrytis-Hals" an Ausgeiz-Stellen; Früchte faulen.

Prävention & Bekämpfung: Nur bei trockenem Wetter ausgeizen; Belüftung maximieren; befallene Früchte entfernen.

Tomaten-Virus-Komplex (CMV, TMV, TSWV)

Ursache: Verschiedene Viren; mechanisch oder durch Blattläuse/Thripse übertragen; sehr persistent.

Verlauf: Mosaik-Chlorose; Blattdeformation; Früchte bleiben klein oder entwickeln Ringe.

Prävention & Bekämpfung: Resistente Sorten; Werkzeug-Desinfektion; Blattläuse/Thripse bekämpfen.

Alternaria-Blattfleckenkrankheit (Alternaria solani)

Ursache: Pilz bei warm-feuchten Bedingungen; befällt bevorzugt ältere Grundblätter.

Verlauf: Konzentrische Blattflecken (Zielscheibenmuster); Blätter vergilben von unten; Stängelflecken.

Prävention & Bekämpfung: Grundblätter entfernen; Kupfer-Fungizid; Abstände sichern.

🔍 Diagnose-Hilfe für Cherrytomate

Die folgende Tabelle hilft dir, Symptome an deiner Cherrytomate-Pflanze zu identifizieren und die richtige Gegenmaßnahme zu ergreifen. Botanisch präzise Symptombeschreibungen ermöglichen eine schnelle Diagnose.

Symptom Ursache Lösung
Früchte platzen auf vor der Reife Wachstumsrisse durch Bewässerungsschwankungen: nach Trockenheit schnelle Wasseraufnahme sprengt die Schale. Gleichmäßig und häufig gießen; Mulchschicht spart Wasser; rissresistente Sorten wählen.
Früchte bleiben klein und entwickeln sich kaum Kaliummangel: K ist essentiell für Fruchtentwicklung und -qualität. Kaliumdünger (Kaliumsulfat) bei Blütenbeginn geben; N-Düngung gleichzeitig reduzieren.
Früchte innen hohl oder mit wenig Fruchtfleisch Unvollständige Bestäubung durch fehlende Pollinatoren oder zu hohe/niedrige Temperaturen. Blüten leicht schütteln (Vibration); Hummeln als Bestäuber; Temperaturen >35 °C und <10 °C vermeiden.
Früchte zeigen Silber-Stippen auf der Schale Thripse (Frankliniella occidentalis): Saug-Schäden auf reifender Fruchtschale. Blaue Klebefallen; Orius spp. als Raubwanzen; Spinosad bei starkem Befall.
Grüne Schulter bleibt auf roten Früchten Hitzestress (>32 °C) hemmt Lycopin-Einlagerung in Fruchtschulter; genetisch auch möglich. Schatten bei extremer Hitze; "green shoulder"-freie Sorten wählen.
Weiße Flecken (Sonnenbrand) auf Fruchtschale Direkte Sonnenbestrahlung (>60 klux) verbrennt Fruchtschale-Zellen. 30–50 % Schattiergewebe bei extremer Sonne; Laub nicht übermäßig ausgeizen.
Früchte faulen grau-braun an der Spitze Blütenendfäule durch Ca-Translokationsstörung bei ungleichmäßiger Bewässerung. Gleichmäßig bewässern; Ca-Nitrat als Blattdüngung; befallene Früchte ernten.
Pflanzen welken mittags, erholen sich abends Normale Mittagswelke bei >30 °C: temporärer Wasserverlust übersteigt Wurzel-Aufnahmekapazität. Morgens und abends gießen; mulchen; bei Dauerwelke Wurzeln auf Fäule prüfen.
Früchte schmecken wässrig und fade Zu viel Stickstoff oder Wasser verdünnt Zucker und Säure in Früchten. N-Düngung ab Blütenbeginn stoppen; weniger gießen (Trockenstressen erhöht Zucker); reife Früchte sofort ernten.
Schwarze Halseinschnürung an Ausgeiz-Wunden Grauschimmel (Botrytis cinerea): "Botrytis-Hals" an nassen Ausgeiz-Schnitten. Nur bei trockenem Wetter ausgeizen; Wunden trocknen lassen; Kupferpulver auf frische Schnittstellen.