Präzise Klimadaten sind die Basis jeder Steuerung. Dieser Guide zeigt, wie du Temperatur-, Feuchte- und CO2-Sensoren korrekt platzierst, prüfst und regelmäßig kalibrierst.
Ein stabiles Klima lässt sich nur so gut steuern, wie es gemessen wird. Viele Klimaprobleme im Growraum sind in Wahrheit Messprobleme: Sensoren driften, hängen am falschen Ort oder werden durch Zugluft, warme Geräte oder direkte Strahlung verfälscht. Das führt zu falschen Entscheidungen bei Abluft, Entfeuchtung, Heizung oder CO2-Regelung.
Dieser Guide behandelt ausschließlich die klimatische Sensorik im Growraum: Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und CO2. Ziel ist, dass deine Messwerte reproduzierbar, vergleichbar und für die Klimasteuerung wirklich brauchbar werden.
Schon kleine Messfehler können die Klimaführung spürbar verschlechtern:
Besonders problematisch ist, dass viele günstige Sensoren nicht plötzlich ausfallen, sondern langsam wegdriften. Ohne Vergleich mit einer Referenz fällt das oft erst spät auf.
Im Klimabereich sind vor allem drei Sensortypen relevant:
Sie sollten die Lufttemperatur an der relevanten Pflanzenzone erfassen. Gute Geräte sind meist relativ stabil, können aber durch schlechte Platzierung stark verfälschte Werte liefern.
Feuchtesensoren driften häufiger als Temperaturfühler. Gerade in feuchten Umgebungen oder bei Kondensationsnähe nimmt die Genauigkeit mit der Zeit oft ab.
Bei CO2-Sensoren ist besonders wichtig, ob es sich um einen NDIR-Sensor handelt. Diese sind für den Growraum deutlich besser geeignet als einfache, ungenaue Schätzsensoren. Auch NDIR-Sensoren brauchen jedoch regelmäßige Prüfung und je nach Modell eine Kalibrierung oder Frischluft-Referenz.
Kalibrierung bringt wenig, wenn der Sensor am falschen Ort hängt. Für brauchbare Klimadaten gilt:
Bei CO2-Sensoren zusätzlich beachten:
Am praktikabelsten ist der Vergleich mehrerer Geräte unter denselben Bedingungen.
Wichtig: Nicht nur auf einen Momentwert schauen. Besser ist ein Vergleich über mindestens 30-60 Minuten stabiler Bedingungen.
Für viele Hygrometer ist ein Salztest sinnvoll. In einem luftdicht geschlossenen Behälter mit gesättigter Kochsalzlösung stellt sich bei etwa 20-25°C eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 75 % RH ein. Nach ausreichender Angleichung kann die Abweichung des Hygrometers notiert werden.
Dieser Test ist einfach, aber nur dann brauchbar, wenn:
CO2-Sensoren sollten regelmäßig mit frischer Außenluft oder nach Herstellerangabe geprüft werden. Außenluft liegt typischerweise grob im Bereich von etwa 420 ppm, schwankt aber je nach Umgebung leicht.
Wichtige Punkte:
Automatische Baseline-Kalibrierung kann in dauerhaft geschlossenen Räumen problematisch sein, wenn der Sensor nie echte Frischluft sieht. Dann verschiebt sich der Referenzpunkt langfristig.
Sinnvolle Praxisintervalle sind:
Führe eine kleine Kalibrierliste mit:
So erkennst du, ob ein Sensor stabil bleibt oder zunehmend driftet. Genau das macht aus einzelnen Messwerten ein verlässliches Klimasystem.
Gute Klimasteuerung beginnt nicht beim Regler, sondern beim korrekten Messen. Wenn Temperatur-, Feuchte- und CO2-Sensoren sauber platziert, regelmäßig geprüft und dokumentiert werden, reagierst du auf echte Klimadaten statt auf Messfehler. Das macht den Growraum ruhiger, berechenbarer und deutlich leichter steuerbar.
Um deinen Sensor zu kalibrieren, vergleiche die Messwerte mit einem zuverlässigen Thermometer und Hygrometer. Justiere die Werte entsprechend, indem du die Kalibrierungsoptionen im Menü des Sensors verwendest.
Platziere CO2-Sensoren in der Nähe der Pflanzen, aber nicht direkt über ihnen, um genaue Messungen zu gewährleisten. Achte darauf, dass der Sensor nicht von Ventilatoren oder anderen Luftströmen beeinflusst wird.
Es wird empfohlen, die Sensoren alle 3 bis 6 Monate zu kalibrieren, oder häufiger, wenn du signifikante Änderungen in den Klimabedingungen bemerkst. Regelmäßige Überprüfungen helfen, genaue Daten zu gewährleisten.