Gleiche ungleich starke Triebe gezielt aus: Selective Branch Training bremst dominante Spitzen und fördert schwächere Seitentriebe für ein ebenes, effizient beleuchtetes Kronendach.
Selective Branch Training ist eine gezielte Trainingsstrategie, bei der nicht die ganze Pflanze nach einem festen Schema geformt wird, sondern einzelne Triebe je nach Wuchsstärke unterschiedlich behandelt werden. Das Ziel ist ein gleichmäßiges Kronendach, obwohl die Pflanze von Natur aus oft ungleich wächst.
Diese Methode ist besonders nützlich bei Pflanzen mit:
Im Unterschied zu klassischen Standardmethoden wie normalem LST, SCROG oder Mainlining steht hier die Korrektur von Ungleichgewicht im Vordergrund. Trainiert wird also selektiv, nicht flächendeckend.
Cannabis zeigt häufig Apikaldominanz: Die höchste Spitze erhält die meiste Wachstumskraft. Dadurch entstehen oben starke Haupttriebe, während tiefer oder seitlich stehende Triebe zurückbleiben. Selective Branch Training nutzt genau dieses Prinzip aus.
Ziele:
Die Technik gehört klar in die Vegetationsphase. Ideal ist sie, wenn die Pflanze bereits mehrere gesunde Seitentriebe gebildet hat und Unterschiede im Wachstum gut erkennbar sind.
Geeignet:
Nicht geeignet:
In der frühen Blüte kann man bereits gesetzte Bindungen noch vorsichtig nachführen, aber keine aggressiven neuen Korrekturen mehr starten.
Bevor du irgendetwas fixierst, betrachte die Pflanze von der Seite und von oben.
Achte auf:
Markiere gedanklich starke, mittlere und schwache Triebe.
Die kräftigsten Triebe werden etwas tiefer als der Rest fixiert. Dadurch verlieren sie ihren Höhenvorteil und die Pflanze verteilt Wachstumshormone gleichmäßiger.
Wichtig dabei:
Faustregel: Der stärkste Trieb wird am deutlichsten abgesenkt, mittlere Triebe nur leicht, schwache Triebe gar nicht.
Schwächere Seitentriebe werden nicht heruntergezogen, sondern eher freigestellt und aufgerichtet. Oft reicht es schon, dominante Nachbartriebe tiefer zu setzen, damit schwächere Triebe innerhalb weniger Tage aufholen.
Zusätzlich sinnvoll:
Wenn eine Pflanzenseite deutlich stärker wächst, wird nur diese Seite etwas stärker trainiert. Die schwächere Seite bleibt weitgehend in Ruhe. Genau das unterscheidet die Methode von symmetrischen Standardtrainings.
Grundsatz: Nicht alle Triebe gleich behandeln, sondern nach tatsächlicher Wuchsstärke.
Selective Branch Training ist kein Einmal-Eingriff. Während der Vegetation muss die Form regelmäßig kontrolliert werden, weil einzelne Spitzen schnell wieder die Führung übernehmen können.
Kontrolliere dabei:
Das klingt ordentlich, ignoriert aber die eigentliche Wuchsdynamik. Unterschiedlich starke Triebe brauchen unterschiedliche Korrekturen.
Sehr junge Pflanzen zeigen ihr echtes Wuchsbild oft noch nicht. Wer zu früh trainiert, korrigiert ins Leere.
Ein ohnehin langsamer Trieb sollte nicht genauso stark fixiert werden wie eine dominante Spitze.
Starkes Herunterziehen erhöht das Risiko für Gewebeschäden und unnötigen Stress.
Die Methode funktioniert, wenn nach einigen Tagen:
Selective Branch Training ist eine sehr praktische Technik für Grower, die keine starre Trainingsform wollen, sondern gezielt auf ungleiches Wachstum reagieren möchten. Statt die Pflanze komplett umzubauen, werden nur die Triebe korrigiert, die es wirklich brauchen. Richtig angewendet verbessert das die Canopy-Struktur deutlich und schafft eine ausgewogenere Grundlage für die spätere Blütenbildung.
Selective Branch Training ist eine Technik, die darauf abzielt, dominante Triebe zu bremsen und schwächere Seitentriebe zu fördern, um ein gleichmäßiges Kronendach zu schaffen. Dies wird erreicht, indem man die Spitzen der stärkeren Triebe abknickt oder zurückschneidet, um das Wachstum der schwächeren Triebe zu stimulieren.
Beginne mit dem Selective Branch Training, wenn die Pflanzen etwa 4-6 Wochen alt sind und die ersten echten Blätter entwickelt haben. Zu diesem Zeitpunkt sind die Pflanzen robust genug, um die Manipulation zu tolerieren.
Die Häufigkeit des Selective Branch Training hängt vom Wachstum der Pflanze ab; in der Regel solltest du alle 1-2 Wochen die Triebe überprüfen und gegebenenfalls anpassen, um ein gleichmäßiges Wachstum zu fördern.